Post

Behandlungsmethodik

Warum ich verhaltenstherapeutisch arbeite:

Grundlegende Haltung aller in der Verhaltenstherapie integrierten Ansätze und Methoden ist die Überzeugung, dass Menschen im gesamten Lebensverlauf lernen und sich verändern können.
Eine solche Haltung hat Vorteile: Den Menschen als lernendes Wesen zu sehen, führt zunächst zu einer positiven, optimistischen Haltung sich selbst und anderen gegenüber. Schon vieles haben wir in unserem bisherigen Leben gelernt: das Laufen, Sprechen, Lesen, Fahrradfahren und tausende von anderen Dingen. Wir wissen also: Lernen ist etwas, das wir grundsätzlich können!
In der Verhaltenstherapie gehen wir davon aus, dass seelische Probleme von Menschen, die in Therapie kommen, auf erlernten Denk-, Erlebens- und Verhaltensweisen beruhen, deren Ursprung in den biographisch gemachten Erfahrungen liegen. Diese problematischen Lernprozesse und deren oft schmerzliche, das eigene Leben behindernde Folgen herauszuarbeiten hilft dabei, sich Ziele für einen Prozess des Um- oder Neulernens zu setzen. Neues zu lernen, – in der Therapie wie im Leben -, bedeutet Veränderung durch konkrete erlebte Erfahrung: Wenn Sie etwas anders machen als gewohnt, und dabei andere Erfahrungen machen als bisher, wird der Anstoß zu einem heilsamen Prozess gegeben, der zu grundlegenden Veränderungen in Ihrer Lebensführung, Ihrem Denken, Fühlen und Befinden führt. Solche konkreten neuen Erfahrungen werden wir in der Therapie, wann immer möglich erlebbar machen, initiieren und für die erwünschten Veränderungen zu nutzen versuchen.
In der Verhaltenstherapie arbeiten Therapeut und Klient auf Augenhöhe: Der Klient bleibt der verantwortliche Experte für sich selbst und sein eigenes Leben; der Therapeut stellt seine Kompetenzen in Wissen und Methodik zur Verfügung, mobilisiert Selbstheilungskräfte und stößt Veränderungen an.
Im Therapieverlauf ist es wichtig, sich auch außerhalb der Sitzungen mit den Inhalten der Therapie auseinanderzusetzen, neue Verhaltensweisen auzuprobieren und zu üben. Wenn Sie bedenken, wie oft Sie üben mussten, bis Sie Schwimmen, Lesen, Radfahren etc. sicher beherrschten, ist das ganz klar: – Von den insgesamt 168 Stunden einer Woche verbringen Sie schließlich nur eine in der psychotherapeutische Sitzung! Der Erfolg einer Psychotherapie hängt also ganz wesentlich von Ihrer aktiven Mitarbeit ab. Sie werden stolz sein können auf das Erreichte!

Verhaltenstherapie auf einen Blick:

Verhaltenstherapie…

…ist handlungsorientiert:
Sie benötigt die aktive Mitarbeit des Klienten.

…ist transparent:
Alle relevanten Aspekte der Therapie werden verständlich erklärt und besprochen.

…setzt den Fokus im Hier & Jetzt:
Orientiert sich an aktuell im Vordergrund befindlichen Problembereichen.

…ist biographisch orientiert und berücksichtigt auslösende und aufrecht erhaltende Bedingungen des Problems:
Verhaltenstherapie beschäftigt sich mit den Aspekten der Lebensgeschichte und aktuellen Lebensumstände, die verantwortlich sind für das Entstehen und Fortbestehen der Symptomatik, und mit den Lebenserfahrungen, die Identität und Selbstwertgefühl entscheidend geprägt haben.

…ist wissenschaftlich untersucht und empirisch begründet
Verhaltenstherapie beinhaltet eine große Zahl verschiedener Behandlungstechniken, die sich an lerntheoretischen, verhaltenstheoretischen und kognitiv-emotiven Grundlagen orientieren und sich in zahlreichen empirischen Untersuchungen als wirkungsvoll erwiesen haben.

Vorgehensweise in der gemeinsamen therapeutischen Arbeit:

Nach einem Erstgespräch und einer diagnostisch-probatorischen Phase von 2 bis max. 5 Sitzungen wird ein individueller Behandlungsplan erstellt und in einem ausführlichen Auswertungsgespräch vorgestellt und erläutert. Danach haben Sie Gelegenheit, den Therapievorschlag zu Hause in Ruhe zu überdenken und sich für oder gegen die Behandlung zu entscheiden. Die sich anschließende Therapie wird (wenn nicht anders vereinbart) als Einzeltherapie durchgeführt. Sie erfolgt in wöchentlichen Sitzungen (50 Minuten) über einen Zeitraum von mehreren Monaten hinweg. Zum Ende der Therapie hin erfolgt eine Selbstkontrollphase, um die erzielten Erfolge im Alltag zu überprüfen und zu stabilisieren.
Zur Gruppentherapie: Um auch nach Abschluss einer Einzelpsychotherapie das Erlernte in der alltäglichen Umsetzung weiter zu festigen bzw. im Einzelfall auch als Therapieform Ihrer Wahl biete ich Gruppentherapie an. Die Arbeit in einer Therapiegruppe bietet ein ideales Trainingsfeld zur Verbesserung sozialer Fähigkeiten und zur Bearbeitung von Beziehungsproblemen. Oft ist es hilfreich, anderen Menschen zu begegnen, die ähnliche Probleme haben und auf ihre Weise bewältigen. Eine Gruppe bietet ein weites Feld an Lernmöglichkeiten und kann Unterstützung in schwierigen Lebenssituationen bieten. In der Gruppe können sich Kontakt- und Abgrenzungsfähigkeit, Ich-Stärke und Selbstsicherheit vorteilhaft entwickeln. Auch wer sich nicht krank oder durch psychische Störungen im engeren Sinne belastet fühlt, kann also von der Arbeit in einer Therapiegruppe profitieren.