Klasse Bewusstsein

Die AG Arbeit ist eine Gruppe von Künstler_innen, Aktivist_innen und Bildner_innen, die sich seit etwa 2010 intensiv mit dem Begriff der Arbeit, Wertschätzungs- und -schöpfungsökonomien sowie dem Wandel des Arbeitsbegriffes auseinandersetzt. Hervorgegangen aus einem Symposium zu 20 Jahren linker Praxis und Theorie nach 1989, widmet sich die mittlerweile in „Klasse Bewusstsein“ umbenannte Projektgruppe sowohl in theoretischer als auch praktisch-performativer Hinsicht den Bedingungen von Lohn- und Sorgearbeit, den Grenzen der als Arbeit oder Nicht-Arbeit definierten Tätigkeiten sowie der Rolle von Künstler_innen und Wissensproduzent_innen bei der Neoliberalisierung von Arbeitsprozessen.

Die Gruppe hat in der Erprobung verschiedener Veranstaltungs-, Untersuchungs- und Bildungsformate im Laufe ihrer als prozesshaft begriffenen Initiativen eine Erweiterung ihrer konzeptuellen Ausrichtung erfahren. Eine wichtige Grundlage für die künstlerische und theoretische Auseinandersetzung stellt die angestrebte Hierarchiefreiheit dar, die bei der Erarbeitung möglicher Strategien gegen strukturelle Krisen auf ein dozierendes Expertenwissen verzichtet. Vielmehr dienen die Veranstaltungen dazu, unsere eigenen Erkenntnisprozesse transparent zu machen bzw. unter der Beteiligung der Anwesenden überhaupt erst in Gang zu setzen. Künstlerische Methoden spielen dabei eine herausragende Rolle.

Aus der Erfahrung, dass die Rolle von Künstler_innen und akademischen Akteur_innen oft als elitär und für die Belange der sogenannten „einfachen Arbeiter_innen“ bzw. Arbeitslosen vollkommen irrelevant betrachtet wird, speist sich gegenwärtig der Versuch, konkrete Maßnahmen gegen die Präkarisierung von Menschen zu entwickeln. Hierfür spielt auch das Bedürfnis eine Rolle, die in den Veranstaltungen und Projekten gewonnenen Erkenntnisse dauerhaft nachvollziehbar und entwicklungsfähig zu halten. Die Vernetzung verschiedener Akteur_innen und die Nutzung von Synergien sollen die nächsten Schritte sein. Dass uns übrigens zur Beschreibung unserer Initiative lediglich die Sprache des neoliberalen Mainstreams samt implizitem Rationalisierungs-, Optimierungs- und Selbstverwirklichungsdiktat zur Verfügung steht, wirft ein Schlaglicht auf die von uns zu kritisierenden Verhältnisse.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *